Osteopathie – Hilfe zur Selbstheilung

Rückenschmerzen. Jeder zweite weiß was das heißt. Aber Rückenschmerzen ausgelöst z.B. durch einen umgeknickten Fuß, eine Blasenentzündung oder durch Zähneknirschen? Diese Zusammenhänge kennen noch wenige. Hier beginnt das Tätigkeitsfeld des Osteopathen. Was ist das, Osteopathie?

Der Amerikanische Arzt Andrew Taylor Still gilt als Begründer der Osteopathischen Medizin. Er lebte vor etwa 120 Jahren. Dr. Still erkannte, dass die Grundlage eines gesunden Körpers die Beweglichkeit aller Gewebe und Strukturen voraussetzt. Seine Behandlungen waren so erfolgreich, dass sich die Osteopathie erst in Amerika und schließlich auch nach Europa ausbreitete.

Inzwischen wird auch in Deutschland diese Therapieform immer bekannter. Aber anders als in den USA oder Belgien, wo die Ausbildung ein Vollzeitstudium ist und mit dem Doktortitel endet, gibt es hierzulande noch keine gesetzliche Regelung der Ausbildungszeiten. Diese Tatsache macht es für den Patienten schwierig, einen gut ausgebildeten Osteopathen zu finden. Zur Ausbildung zugelassen werden Physiotherapeuten, Heilpraktiker und Ärzte. Es folgt eine fünfjährige, berufsbegleitende Ausbildung. Diese sollte mit einer Abschlussprüfung und der Bezeichnung „Osteopath-BAO“ beendet werden. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Erlernen der Anatomie, Physiologie und den sich daraus ergebenden funktionellen Zusammenhängen im Körper.

Osteopathische Techniken werden ausschließlich mit den Händen ausgeführt. Es handelt sich meist um sehr sanfte Techniken, die daher bereits bei Säuglingen angewendet werden können. Bei Bedarf können aber auch chiropraktische Techniken zum Einsatz kommen. Die Behandlungszeiten liegen zwischen 45 Minuten und einer Stunde, die Behandlungsabstände zwischen 1 und 3 Wochen. Am Anfang der Behandlung steht ein genauer Befund, in diesem alle Bewegungsstörungen des Körpers erfasst werden. Diese funktionellen Störungen können alle Gewebe im Körper betreffen: das parietale System (Muskeln, Gelenke und Knochen), das viscerale System (gemeint sind die Organe) oder das cranio-sacrale System (das Nervensystem). Ist eines dieser Systeme gestört, wird sich diese Störung irgendwo zeigen, zum Beispiel als Schmerz oder als Bewegungsstörung. Daher ist es wichtig, diese drei Systeme als Einheit zu erfassen und zu behandeln. Nur dann ist der Körper in der Lage, das Problem dauerhaft zu beseitigen.

Einige typische Anwendungsgebiete in der Ostopathie sind zum Beispiel: Wirbelsäulenbeschwerden, Gelenkbeschwerden, Schwindel, Verdauungsstörungen, Gesichts- und Kieferschmerzen, Schlafstörungen, Asthma, Konzentrationsstörungen, chronische Blaseninfekte, Menstruationsbeschwerden, chronische HNO-Erkrankungen und andere Erkrankungen. Auch gibt es gute Behandlungserfolge bei Schrei- und Spuckkindern.

Idealerweise sollte ein Osteopath Hand in Hand mit den Schulmedizinern zusammenarbeiten.

Die Kosten der Behandlung werden von den privaten Versicherungen und den meisten Zusatzversicherungen übernommen, sofern der Osteopath auch eine Heilpraktikerausbildung absolviert hat.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema und Therapeutenlisten (mit 5-jähriger Ausbildung) gibt es beim Deutschen Register Osteopathischer Medizin unter www.drom.info.

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